Gsindl - Voischattn - DWM0028

Was kann es Erfrischenderes geben als eine Band, die mit größtem Spaß energiegeladene Musik mit bajuwarischer Prosa würzt und daraus einen Rock-Punk-Funk-Cocktail mixt, der auch Nicht-Bayern schmecken wird. Gsindl, so der Name, und laut Dialekt-Wörterbuch „eine Gesellschaft, die man nicht so wirklich mag”. Mag sein, sicher aber nicht in dem hier speziellen Fall. Denn dieses Gsindl wird von seinem Publikum seit annähernd zwei Dekaden geliebt, was nach weit über 300 Konzerten (u.a. als Opener für ihre Münchner Kollegen der Spider Murphy Gang, aber auch für Liquido, Roger Chapman, Manfred Mann und J.B.O.) sowie fünf Studio-Alben kein Wunder ist. „Voischattn” setzt die Erfolgsstory nun fort und wird, fernab von den üblichen Klischees, zum unterhaltsamen weißblauen Gegenpol der galoppierenden Globalisierung. Der schönste Beleg ihrer „Liberalitas Bavariae“ zeigt sich, wenn die Musiker sich als „bayerisches Pendant der Rolling Stones“ bezeichnen: nicht immer perfekt, aber sauguad!

Dass das schräge Sextett einen „Voischattn” hat, zeigt sich recht schnell, wenn man die Herren nach ihrer Lebensphilosophie fragt. Ohne Zögern wird der große und großartige bayerische Volks-Grant Karl Valentin zitiert: „I g’frei mi so wenn’s regn’t. Weil wenn i mi ned g’frei, regn’ts a“. Also: Ois easy und Gsindl wären nicht Gsindl, wenn sie auf ihrem neuen Album nur Altbekanntes und Bewährtes aufkochen würden, das sie bei den vorangegangenen Scheiben im ICE-Tempo produziert haben. Gut Ding will eben Weile haben und so hat man sich, dem persönlichen Reifeprozess geschuldet, dieses Mal im Studio richtig Zeit gelassen. Gut so – denn die neue CD überrascht mit weiteren Facetten des Gsindl-Sounds und bietet schnörkellose handgemachte Rockmusik vom Allerfeinsten. Noch intensiver verbindet sich dieses Mal bei den 13 starken Liedern die bayerische Sprache mit dem Klanggefühl der Landeshauptsstadt. Eher hantig als zünftig und jenseits aller Musikantenstadel-Gemütlichkeit.

Songs wie „Weltmoasda“, „195 Freind“ oder „Yes we scan“ schreien quasi danach, auch von Nicht-Bayern auf Wortwitz und Pointen untersucht zu werden. Was nicht immer einfach ist, denn zu manch schnellen Rhythmen gesellt sich eine schnelle Zunge. Und diese Kombination verwandelt fein-sinnige Beobachtungsgabe in musikalische Rundumschläge, die, gespickt mit Bissigkeiten, kein Thema auslassen. Immer nach dem Motto „Wenn bläd, dann gscheid“.

Dass das Alles nicht so ganz ernst gemeint ist, erklärt die Band so: „wenn Sie jetzt nicht verstehen, was wir meinen, dann lönnen wir das gut verstehen, weil wir es oft selber nicht verstehen“... Gsindl sind wie die Menschen aus ihrer Heimat: herzlich und mitunter ein wenig derb. Eine Band mit Charakter eben.

VÖ: 
Freitag, Juni 6, 2014 (Ganztägig)

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