NEUES ALBUM in der Abendschau vorgestellt: "RED" von Sarah Straub

Die Starqualität steht ihr unverkennbar ins Gesicht geschrieben, die stimmliche Qualität übertrifft diese aber noch bei weitem – Sarah Straub ist kein auswechselbares Plastik-Pop-Abziehbild, sondern eine ernst zu nehmende (wenn auch nicht immer ernsthafte) Künstlerin. „Ich könnte auf Vieles verzichten und würde es nicht unbedingt vermissen. Bis auf eine Sache, die so essenziell ist, dass sie uns Menschen einzigartig macht und ohne die das Menschsein ziemlich langweilig wäre: die Bilder in Gedanken, umgesetzt in Harmonien und Worte – kurz: in Musik“. Musik muss Spaß machen, das weiß die 26-jährige Singer/Songwriterin aus Dillingen an der Donau und – Musik macht ihr Spaß. Aber genauso macht es Spaß, ihr dabei zuzuhören und zuzusehen. RED (Donnerwetter/Cargo) heißt ihr brandneues Album, das am 30. Mai 2014 in die Läden kommt und nach ihrem Debütalbum „Say what you're missing“ erneut ihre kompositorische und stimmliche Vielfalt aufzeigt und vor musikalischem Feingefühl nur so strotzt. Dass kein Geringerer als Joe Cocker sie als Opener für sein Konzert beim 2013er-Bluetone-Festival einlud, sei nur am Rande erwähnt...

Im Hauptberuf Psychologin, beobachtet sie die Menschen und nähert sich ihnen auf oft verborgenen Ebenen. Genug Elexier für ihre teils souligen, teils folkigen und R&B-angehauchten Songs, die sich nicht hinter englischen Popklischees verstecken. Dass kein Stück wie „von der Stange“ klingt verdankt sie ihrer wandelbaren Stimme, die mal zerbrechlich, mal in höchstem Maße vital klingt. Sarah Straub sieht sich selbst In der (musikalischen) Tradition etablierter englisch-sprachiger Künstlerinnen wie Katie Melua, Tori Amos oder Sara Bareilles. Eingebettet in das Soundgewand ihrer bestens eingespielten 5-köpfigen Band erspielte sie sich mit zahlreichen Club-Konzerten eine große und treue Fangemeinde und erweckte sehr schnell das Interesse der Medien. In dieser Phase wählte eine hochkarätige Jury Sarah in das BY-On-Programm, ein Spitzenförderprojekt für bayrische Rock- und Popmusiker. In diesem von der bayerischen Staatskanzlei geförderten Projekt werden junge Musiktalente nachhaltig aufgebaut und mit wichtigen Kontakten in die Musikbranche ausgestattet (www.by-on.net). Auch die „Initiative Musik“, beauftragt von der Bundesregierung für Kultur und Medien, hat die Künstlerin in ihr diesjähriges Förderprogramm aufgenommen.

Das erleichtert sicher Vieles, aber nicht Alles. Denn überzeugen müssen die Künstlerin und ihre Band immer noch
selbst – live wie auf CD. „Red is my blood as red as my hair“ lautet die erste Refrainzeile aus dem Titelsong des aktuellen Albums RED, das sich als Hommage an die bunte Vielfalt des Lebens entpuppt. Denn „egal wer, was und wo wir sind:
alle Menschen haben ROTES Blut und dieser Umstand verbindet uns“. Ein ungewöhnliches Statement, das zu der intelligenten und selbstbewussten Künstlerin passt. Und mit diesem Titel stimmt sie den Hörer auf ein ausgereiftes Album mit 12 wohl ausgesuchten und wohl sortierten Songs ein.

Besonders eindringliche Momente sind die Balladen, bei denen sich die Multiinstrumentalistin selbst am Klavier begleitet, auf die Ausdruckskraft ihrer Stimme setzt und beweist, dass sie die Königsdisziplin 'Eine Frau und ein Piano' perfekt beherrscht („Fragility“, „Moving mountains“, „I will be beautiful“). Ihre Stimme verschmilzt dabei mit dem Klang des Klaviers und ihren Texten. Erinnerungen an Ikonen wie Carole King, Carly Simon oder deren männlichen Kollegen James Taylor und Jackson Browne werden wach, nicht zuletzt wegen der dezenten 70er Jahre-Retro-Anklänge. Aber auch die schnelleren Songs lassen Nichts zu wünschen übrig. So eignet sich der Titelsong „Red“ durchaus als radio-tauglicher Popstoff, allerdings mit dem gewissen unpeinlichen Extra. Bei etwas härter angelegten Songs („Pieces“) bewährt sich die diskrete Instrumentierung, die auch im Up-tempo der stimmlichen Ausdruckskraft die zentrale Position überlässt. Das reduzierte Klangkostüm der Band dient durchaus als konstantes Stilmittel, das die Stimme perfekt in Szene setzt und Raum auch für leise Töne lässt.

RED ist ein Album, das dezente Quervergleiche zulässt, wobei es der Band und besonders Sarah Straub gelingt, sich ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Im Fokus stehen Texte, die die ewigen Themen zwischen Mann und Frau beleuchten, aber auch Rückblicke auf besondere Lebenssituationen („Reflection loss“). 12 Songs als geschlossener, runder Zyklus, den Blick immer auf sorgfältiges Songwriting gerichtet.

RED ist zeitlos stimmungsvoll – als Farbe und als CD.

DIE BAND:
Deborah Finck - Cello, Backing Vocals
Flo Hirle - Guitar
Christian Schmerder - Piano
Tom Bittl - Bass
Tom Pribbenow - Drums

Back to Top

Kontakt

Donnerwetter Musik GmbH
Hubert-Beckers-Straße 6
80997 München
info@donnerwetter-musik.de

 

DWM auf Social Media