Zither-Manä - Coole Zeid - DWM0020

Zither und Rock-Musik? Unvorstellbar, dass so etwas zusammen gehen kann! Und doch: Manfred Zick, geboren am 6. März 1947 in München, ist zwar selbst erstaunt darüber, was er an „heavy Klängen“ seinem Instrument entlocken kann. Aber seit einem Schlüsselerlebnis am 6. Januar 1980 wurde er in der Praxis eindrucksvoll darin bestätigt, dass diese zwei so unterschiedlichen Welten gar prächtig miteinander harmonieren. Am Abend jenes Tages, in Wörnsmühl im Leitzachtal in der Nähe von Miesbach: Manfred Zick hat einen Liveauftritt mit Volksmusikprogramm in einer Dorfwirtschaft, wie schon öfter. Unmittelbar darauf kommt es zu einer Session mit Rockmusikern. Zick steigt ein ins Geschehen, „ich habe in jener Nacht meine Zither missbraucht”, wie er rückblickend mit breitem Grinsen gesteht, seitdem ist er angefixt von der Idee des Zither-Rock. Der „Zither-Manä” ist geboren.
„Ich liebe die Volksmusik, das steht außer Frage - und ich spiele sie weiterhin gerne”, stellt der Manä unmissverständlich fest. „Und genauso sehr liebe ich Rock-Musik, gerne die heftigere Variante davon. Das mag schizophren wirken, dürfte es auch sein, aber das macht nichts.”
Nach dem denkwürdigen Erlebnis des 6. Januar 1980 wird der „Zither-Rock” kultiviert und verfeinert. Inzwischen, viele hundert Konzerte und einige Albenveröffentlichungen später, wartet Zither-Manä mit einer unvergleichlichen Mixtur aus Rock und Gstanzl, Tango und Landler, Blues und Heimat-Folk auf - eine einmalige Mischung aus Deep Purple und Kiem Pauli, aus Pink Floyd und Kraudn Sepp. Eine eigenwillige wie umwerfende Stil-Melange, die das Publikum regelmäßig begeistert zurücklässt, gerade wegen ihrer Leidenschaft und Unverwechselbarkeit. So entstand von März bis Juli 2013 - zusammen mit dem Mundharmonika-As Ferdl Eichner, dem Gitarristen Frank Schimann und dem Drummer Thomas Bittner, „Coole Zeid”, bestehend aus 16 Studioarbeiten, zwei Texten und zwei Live-Mitschnitten. Tatsächlich ist eine so entspannte wie anregende und wage-mutige Kombination heraus gekommen. Nicht nur musikalisch, sondern auch textlich.
Doch etwas anderes ist man vom Zither-Manä ja nicht gewohnt. „So manche Verse sind recht ironisch ausgefallen, da ich mit unserer oberflächlichen Zeit , die manch Jüngere als ‘coole Zeid’ - daher auch der Albumtitel - ver-herrlichen, ganz schwer zu recht kommen. Doch während ich früher extrem politische Inhalte zum Besten gegeben habe, was mir mancherorts den Ruf des Alt-68ers einbrach-te, dichte ich inzwischen unverkrampft fürs Hier und Jetzt.” Was partout nicht zu bedeu-ten hat, dass sich der Manä den Biss hätte austreiben lassen. Manch bösartige Attacke auf machthungrige Politiker oder neue Nazis sind von geradezu schmerzhafter Offenheit und unmissverständlicher Geschliffenheit.
Trotzdem ist sich Manfred Zick sicher: „Ich füge niemandem Schmerzen zu mit meinen Versen. Um es mit Kurt Tucholsky zu unter-mauern: ‘Humor darf alles - aber nie verlet-zen.’ Mir geht es um Konsequenz in meinen Zeilen. Und darum, dass man immer mal wieder herzhaft lachen kann. Ich bin ja keine Kunstfigur, zivil wie auf der Bühne immer nur ich. Ich würde mich nie verbiegen, weil ich gar nicht wüsste, wie das gehen soll.”
Hinter „Coole Zeid” steckt ein Konzept, wie der Manä erklärt: „Im Mittelpunkt stehen die fünf verschiedenen Zithern, die ich spiele. Sie demonstrieren die ganze Palette meines musikalischen Schaffens. Da hätten wir zunächst das Raffele, eine dreisaitige Ur-Zither mit wenigen Bünden, weshalb man keine Moll-Töne auf ihm erzeugen kann. Es ist klein und erzeugt dennoch eine Menge Lärm. Dann haben wir die Konzert-Zither, ohne Verstärker, sie ist groß, klingt ein wenig brav, hat dafür einen sehr natürlichen Klang. Weiter geht es mit der Alt-Zither, die eine halbe Oktave tiefer als die Konzert-Zither gestimmt ist, deshalb ist sie hervorragend für urigen Blues geeignet. Schließlich gibt es noch die Quint-Zither, die eine halbe Oktave höher als die Konzert-Zither gestimmt ist. Wenn Alt und Quint aufei-nander treffen, ist das eine hoch spannende Angelegenheit.
Und zu guter Letzt haben wir noch die Elektro-Zither. Nicht umsonst erhielt Manfred Zick 2012 die „Goldene Zither”, den ersten Ehrenpreis für seine Verdienste um die Weiterent-wicklung des Instruments und seiner Technik. Im November 2013 erhält der Zither-Manä den Bayerische Poetentaler, eine Auszeich-nung der süddeutschen Literatenvereinigung „Münchner Turmschreiber“. Und sonst? „Ich habe keine übertriebene Erwartungshaltung an mein neues Album”, grinst der Zither-Manä vergnügt, „aber ich habe auch kein Problem damit, wenn die Leute geballt Interesse daran bekunden. Letztlich ist es aber immer so, dass ich spiele, was ich will. Und dass ich sage, was ich denke.„

VÖ: 
Samstag, September 21, 2013 (Ganztägig)
Back to Top

Kontakt

Donnerwetter Musik GmbH
Hubert-Beckers-Straße 6
80997 München
info@donnerwetter-musik.de